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<typohead type="1" align="center">Schubkarrenrennen am Feuerwehrfest kurz nach dem II. Weltkrieg.</typohead>
<typohead type="1" align="center">Schnappschuss aus der Tholeyer Straße.</typohead>
Schubkarrenfahrer: Seppel Riehm, Beifahrer: Gustav Palenga.
Archiv: Egon Gross
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Lebacher Bräuche
Rektor Leonardy schreibt in seiner Lebacher Ortschronik: Im Jahr 1891 waren in Lebach schon 19 Gastwirtschaften. Diese im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl ( 1891 – 1320 Einwohner ) große Anzahl lässt schon einen Rückschluß zu auf die Bedeutung Lebachs als Sitz der Behörden, als Marktflecken ( 1891 bereits 18 Märkte im Jahr ), Mittelpunkt des Handels-, Geschäfts- und seines Durchgangsverkehrs.
Die Beamten des hiesigen Friedensgerichtes, des Katasteramtes, der Oberförsterei und weiterer Behörden nahmen damals regen Anteil am Dorfgeschehen und der Lebacher Geselligkeit in unseren Gasthäusern, in denen sich viele von ihnen auch als Kostgänger einquartiert hatten. Um in die Gemeinschaft der echten Lebacher aufgenommen zu werden, war es alte Lebacher Tradition, dass der nicht hier geborene Mitbürger über den Stecken springen musste. Als Stecken diente hierbei ein Spazierstock oder auch ein Besenstiel. Dieser wurde ca. 20 cm über den Boden gehalten und musste aus dem Stand übersprungen werden. Diese Zeremonie wurde natürlich im angeheiterten Zustand vollzogen. So kam es auch öfter vor, dass während des Sprunges der Stecken plötzlich höher gehalten wurde, der Springer ins Stolpern kam und unsanft auf dem Boden landete. Das Gelächter war dann natürlich groß, und der arme Springer musste zudem noch eine extra Runde spendieren. Danach erst konnte der fremde Mitbürger in die Gemeinschaft der Lebacher aufgenommen werden.
Unsere Lebacher Handwerker pflegten auch den Brauch des blauen Montags. Nach einem feuchtfröhlich verbrachten Sonntag, hatte man am Montag noch keine Lust gleich mit der Arbeit zu beginnen. So trafen sich einige Handwerker montags wieder im Gasthaus und machten den Montag blau.
An dem alljährlich stattfindenden Feuerwehrfest gab es früher Spiele für jung und alt. Bei der Jugend beliebt war das Würstchenschnappen, das übrigens auch heute noch auf dem Festprogramm steht. Hierbei wurde ein Würstchen an einer Angelschnur aufgehängt und mit der Angelrute über den Köpfen der Jugend geschwungen. Wer dabei am höchsten sprang und das Würstchen mit der Hand abreißen konnte, war Sieger. Buben und Mädchen wetteiferten auch beim Kässchmieressen. Die Mitspieler wurden auf einem Podest in einer Reihe aufgestellt. Wer sein mit einer großen Portion Quark belegtes Brot als Erster herunterwürgte, bekam als Sieger einen Preis. Das Sackhüpfen machte der Jugend ebenfalls viel Spaß. Wenn die Stimmung angeheitert war, beteiligten sich auch die Alten daran.
Als Lebacher Besonderheit fand beim Feuerwehrfest früher auch das Schubkarrenrennen statt. Da damals das Feuerwehrfest auf dem alten Schulhof am Schwalbenweg gefeiert wurde, war hier auch Start und Ziel. Die Strecke führte hinunter zur Tholeyer Strasse, dann über die Kreuzung Tholeyer- und Trierer Strasse, den Klopp hinauf bis zum Ziel auf dem Schulhof. Die Rennstrecke war dicht gesäumt mit Zuschauer, die den Schubkarrenfahrer anfeuerten. Auf dem Schubkarren saß ein erwachsener Fahrgast, der die Fahrt erschwerte und den Schubkarrenfahrer zum Schwitzen brachte. Der Sieger wurde anhand der kürzesten Fahrzeit ermittelt.
Viele dieser alten Bräuche haben sich leider nicht mehr bis in unsere Tage erhalten.
Nur noch unsere älteren Mitbürger können sich noch an diese „schöne alte Zeit“ erinnern.
Egon Gross
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