- 1: Bildergalerie.
- 2: Schnulleralarm.
- 3: Historischer Kalender.
- 3.1: Historischer Kalender 2008.
- 3.2: Historischer Kalender 2006.
- 3.3: Historischer Kalender 2005.
- 3.4: Historischer Kalender 2004.
Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember
Herausgegeben von der Volkshochschulke Lebach durch:
Hildegard Bayer
Lisbeth Kuhn Reichert
Egon Gross
Josef Heinrich
Benno Müller
Thomas Rückher
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Vorwort der Autoren
Als wir den ersten Lebacher Historischen Kalender herausbrachten, der als Untertitel die Bezeichnung „1. Folge“ trug, fragte man uns, ob wir tatsächlich mehrere Ausgaben beabsichtigten. Nun liegt die elfte Ausgabe vor, und mit dem Thema „Brauchtum und Traditionen“ hat sich auch der Kalender selbst zu einer bescheidenen Tradition entwickelt.
Wenn wir an die verschiedensten Ereignisse, Personen usw. erinnerten, dann wird in diesem Erzählen deutlich, dass die Erinnerung etwas ist, das der Selbstvergewisserung dient. Wer sind wir Lebacher? Was macht das aus, Lebacherin oder Lebacher zu sein? Warum ist es so geworden, wie es war oder noch immer ist? Lebacher Bürgerinnen und Bürger können sich bspw. ihre Stadt ohne Mariä Geburtsmarkt nicht vorstellen, er gehört dazu, bis zu dem Lied „In Lebach es Maart...“ Gleichzeitig wird so das Lebensgefühl eines Einzelnen wie das der Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht, der Einzelne kann sich ohne Gemeinschaftsbezug, ohne seine Stadt ja nicht als Lebacher, Saarländer usw. verstehen.
Traditionen, also geregelte, durch Alltagsgewohnheit oder durch Institutionen festgelegte Überlieferungen, bieten Orientierungen. Durch religiöse Feste wie Weihnachten, Ostern oder Fronleichnam wird ein Jahr gegliedert, wobei diese Feste durch besondere religiöse Bräuche geprägt werden. Feierliche Gottesdienste, das „Kleppern“ oder Prozessionen sind Ausdruck dessen, wie man sich als Angehöriger der katholischen Kirchengemeinde fühlt. Fastnacht, Kirmes oder der Lebacher Markt sind eher weltliche Orientierungspunkte in einem Jahr. Hochzeitsbräuche betonen entscheidende Tage im Leben von Einzelnen bzw. Paaren. Die Namen der einzelnen Flurstücke sind teilweise noch in Straßennamen erhalten, durch die großen Flurbereinigungen gehen aber viele dieser sprachlichen Überlieferungen (wie auch der originale Dialekt) verloren. Jedes Brauchtum ist deshalb Bestandteil unserer Kultur, die sich so durch Bestand, Verlust und Neues ständig verändert.
Die große Erfahrung des 20. Jahrhunderts ist aber gerade der Traditionsverlust durch die großen Brüche unserer Geschichte. Vielleicht haben die Saarländer allein durch die zweifache Zugehörigkeit zu Frankreich und die zweifach Rückkehr zu Deutschland diese Umbrüche intensiver erlebt als andere. Und wenn der Kalender Brauchtum und Traditionen vorstellt, dann stellt er sie zum Teil als in Lebach bereits verlorene Überlieferungen dar, die nur noch in der Erinnerung, aber nicht mehr in der Wirklichkeit existieren: So gibt es heute aufgrund der Gewalt des 3. Reiches keine jüdischen Traditionen mehr in Lebach.
Das heute vorherrschende Bild des Menschen als Individuum, als unverwechselbarer Einzelmensch, erschwert vielen die Bindung an Traditionen. Sie verschwinden, wenn sie für das Leben der Menschen tatsächlich oder auch nur vermeintlich keinen Beitrag mehr leisten können: Ob es sich dabei um eine berechtigte oder falsche Annahme handelt, zeigt sich freilich erst im Nachhinein. Verlorene Überlieferungen lassen sich aber nur unter großen Schwierigkeiten wieder beleben, wenn nämlich ein Bedürfnis dafür da ist, dass sie helfen, sich und seine Welt besser zu verstehen. Es scheint so, als würde heute nicht mehr so viel erzählt wie früher; insofern möchte der Kalender dem kritischen nicht dem verherrlichenden Erinnern verbunden sein.
Mit dem Erscheinen dieser Kalenderausgabe wollen wir eine eigene Tradition variieren. Nach wie vor, und das wird auch so bleiben, arbeiten alle am Kalender Beteiligten ehrenamtlich; wenn bislang aus dem Verkauf des Kalenders ein Überschuss blieb, so kam er in voller Höhe der Volkshochschule Lebach zugute. Ab dieser Ausgabe sollte dieser dann zur Hälfte einem sozialen Zweck in Lebach zugeführt werden. Wie bisher haben wir allen ganz herzlich zu danken, die uns bei der Erstellung des Kalenders mit Rat und Tat, durch Informationen, Materialien und konstruktive Kritik halfen, vorzugsweise der Lebach Volksbank und H. Direktor Jürgen Kipper.
Wir wünschen unseren Lesern viel Freude und hoffen, wie in den vergangenen Jahren, auf eine günstige Aufnahme der nunmehr 11. Folge des Lebacher historischen Kalenders.


