10.9.2010 : 22:34 : +0200

Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

 

Oktober

 

 

 

<typohead type="1" align="center">Hausmittelchen, Obstkeltern bei Matthias Boullay um1920 am "Neuen Weg" (Saarbrücker Straße).</typohead>

Archiv: Egon Gross

______________________________________________________________________

 

Hausmittelchen

(Tradition hin oder her – heute nicht mehr zu empfehlen)

 

Siebenbaum ist eine Art Lebensbaum, der zur Hitlerzeit verboten war. Man sagte, der Sud der aufgekochten Zweige wäre benutzt worden, um Fehlgeburten zu erreichen. Man konnte auch die Zweige mit Schmalz aufkochen, um bei Verstauchungen diese Stellen einzureiben.

 

Johanniskraut mit Öl angesetzt wurde verwendet, um Verbrennungen und schlecht heilende Wunden zu behandeln.

 

Ringelblumen und Arnika mit Schmalz aufgekocht oder mit Öl angesetzt sind gut bei offenen Wunden, ebenso bei Gelenkentzündungen und rissigen Händen.

 

Eutersalbe (Melkfett) ist für Menschen und Tiere zu gebrauchen bei schlecht heilenden Wunden.

 

Streppwurzel ist ein Kraut, das nicht ins Hochdeutsche zu übersetzen ist. Es wurde als steifer Brei benutzt, wenn Kühe oder Ziegen von Durchfall geplagt waren. Es hat immer geholfen.

 

Heringe wurden an kranke Schweine verfüttert, damit sie wieder auf die Beine kamen.

 

Nuss-Schnaps, mit unreifen, grünen Nüssen und Schnaps angesetzt, gab man Pferden mit Kolikbeschweren. Man bereitete einen  Sud, der  dem Pferd eingeschüttet wurde, damit die Koliken aufhörten.

 

Lehmwickel wendete man an, wenn ein Schwein sich das Bein verstaucht hatte. Dabei wurde das Bein mit warmem Lehm umwickelt.

 

Tabakblätter ( Gewwel ) benutzte man, wenn eine Ziege krank war und kein Futter mehr wollte. Zum Gesundwerden hat es meistens geholfen.

 

Wiedikum ist ein ganz kleinblätteriges Kräutchen, das zwischen den Steinen an der alten Friedhofsmauer wuchs. Wenn Kühe oder Ziegen nicht wiederkäuen konnten,  hat man ihnen eine Handvoll von diesen Kräutchen zum Fressen gegeben.

 

Holzapfelessig brauchte man, wenn die Schweine früher an der Rotlaufkrankheit litten. Zum Senken des Fiebers wurden sie mit  Essig eingerieben und ein aufgeschnittener Mehlsack aufgelegt.

 

Getrocknete Bohnenschalen oder Schmalzbrote hat man den Ziegen nach einer Geburt zu fressen gegeben, wenn die Nachgeburt nicht abging.

 

Erwärmtes Öl kann man bei kleinen Kindern anwenden, wenn bei Husten die Atemwege und die Bronchien angegriffen sind. Mit diesem Öl wird die Brust gut eingerieben und mit einem warmen Tuch abgedeckt.

 

Lisbeth  Kuhn - Reichert

_____________________________________________________________________________